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Zugkollision in Mannheim - Staatsanwaltschaft Mannheim erhebt Anklage wegen Verdachts der Gefährdung des Bahnverkehrs und der fahrlässigen Körperverletzung

Datum: 10.03.2016

Kurzbeschreibung: 

STAATSANWALTSCHAFT MANNHEIM
Pressereferentin

 

PRESSEMITTEILUNG
(10.03.2016) 

Zugkollision in Mannheim - Staatsanwaltschaft Mannheim erhebt Anklage wegen Verdachts der Gefährdung des Bahnverkehrs und der fahrlässigen Körperverletzung 

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat gegen einen 62-jährigen Lokführer Anklage zum Amtsgericht Mannheim - Strafrichter - wegen des Verdachts der Gefährdung des Bahnverkehrs und der fahrlässigen Körperverletzung erhoben. 

Am 01.08.2014 gegen 20:51 Uhr kam es im Hauptbahnhof Mannheim an einer Weichenverbindung vor der Einfahrt in den Bahnsteigbereich zu einer Kollision zwischen einem aus dem Triebfahrzeug und sieben Containertragwagen bestehenden Güterzug und dem Personenreisezug EC 216 mit neun Reisezugwagen.
Dabei stieß das Triebfahrzeug des Güterzugs mit dem ersten Reisezugwagen unmittelbar hinter dem führenden Steuerwagen des EC 216 zusammen.
Als Folge entgleisten der erste und der zweite der jeweils mit Fahrgästen besetzten Reisezugwagen und kippten um.
Das Triebfahrzeug und zwei Containerwagen des Güterzugs entgleisten ebenfalls.
Zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes fuhr der Güterzug mit einer Geschwindigkeit von circa 30 km/h; der insgesamt mit circa 250 Fahrgästen besetzte Personenzug mit etwa 35 bis 37 km/h. 

Im Zuge der nach dem Unglück geführten Ermittlungen meldeten sich 14 Personen auf entsprechende Anfragen der Bundespolizeiinspektion Karlsruhe und meldeten Personenschäden. Zur Art der von ihnen erlittenen Verletzungen gaben sie überwiegend Prellungen an; gravierendste Verletzung war demnach eine Schlüsselbeinfraktur.
Die Fahrzeugschäden betrugen insgesamt über 1,8 Millionen Euro; die Schäden an den Infrastrukturanlagen im Bahnhof beliefen sich darüber hinaus auf über eine halbe Million Euro. 

Nach dem Untersuchungsbericht der Eisenbahnunfalluntersuchungsstelle des Bundes (EUB) soll die Kollision keine technischen Ursachen gehabt haben. Vielmehr resultiere sie aus einem Fehlverhalten des (vorliegend angeklagten) Triebfahrzeugführers auf dem Güterzug. Dieser habe sich irrigerweise an den links seines Fahrwegs befindlichen Signalen orientiert und deshalb zunächst ein ihm geltendes Haltesignal überfahren, wodurch automatisch eine Zwangsbremsung des von ihm geführten Güterzuges bis zum Stillstand ausgelöst worden sei. In weiterer Verkennung der Situation und ohne sich - wie zwingend vorgeschrieben - wegen der Zwangsbremsung mit der Fahrdienstleitung im Hauptbahnhof in Verbindung zu setzen, habe der Angeschuldigte die Zwangsbremsung aufgehoben und die Fahrt fortgesetzt, wodurch es zur Kollision gekommen sei. 

Dieser Bewertung hat sich die Staatsanwaltschaft nach eigener Sachprüfung angeschlossen. 

gez. Utt
Erste Staatsanwältin

 


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Pressemitteilung im Internet unter www.stamannheim.de

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